Fortbildung

22. Mär 2018 | Blog

VON Stefan Kogler

Ich bin 42 Jahre alt, habe Betriebswirtschaftslehre auf der Karl-Franzens-Universität in Graz studiert, habe im Zuge meiner Tätigkeit in der Veranlagungsabteilung einer Versicherung den VÖIG-Lehrgang für Portfoliomanagement absolviert, im Rahmen meiner Arbeitszeit bei einer regionalen österreichischen Hypothekenbank eine umfassende Bankengrundausbildung abgeschlossen, durfte selbst im Rahmen einer Versicherungsinnendienstgrundausbildung den Bereich „Wertpapierveranlagung“ neuen Kollegen näherbringen und fühle mich trotz jahrelanger Tätigkeit im Banken- und Versicherungsbereich, was meine Tätigkeit betrifft, noch nicht ausgelernt.


Derzeit haben einige Kollegen und ich die Möglichkeit an einer Online Schulung zur Erlernung von generellen Kenntnissen in den Programmiersprachen „R“ und „Python“ teilzunehmen. Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass ich in diesem Leben kein erstklassiger Programmierer mehr werden werde. Aber die Tatsache, nach Absolvierung der Lernprogramme Tätigkeiten meiner Arbeit selbständig automatisieren oder zumindest Wünsche in Hinblick der Systematisierung von Arbeitsschritten, die derzeit manuell erfolgen, technisch konkreter artikulieren zu können, freut mich ungemein und bestätigt meine Meinung, dass Fortbildung - egal in welchem Lebensabschnitt und Alter man sich befindet - nie umsonst ist.


Umso weniger kann ich Verständnis dafür aufbringen, wenn man von unterschiedlichen Seiten immer wieder Widerwillen für Fortbildungsmaßnahmen, speziell wenn das erlernte Wissen am Ende in Form einer Prüfung beurteilt wird, bemerkt. Oft hört man von Kollegen oder Bekannten, die sich gerade in einem Fortbildungszyklus befinden ärgerlichen Unmut, warum man dieses oder jenes Fachgebiet erlernen soll, wenn man es doch für den eigenen Tätigkeitsbereich nicht benötigt. Ich selbst hinterfragte ebenso die Sinnhaftigkeit der händischen Berechnung von Zinsstaffeln in meiner Bankenausbildung, jedoch bin ich der Meinung, dass nahezu alle Mitarbeiter von größeren Institutionen wie Banken und Versicherungen, in der Lage sein sollten, Grundkenntnisse über die Tätigkeit des Arbeitgebers in eigenen Worten wiederzugeben, egal in welcher Abteilung sie arbeiten. Schließlich identifiziert man sich doch im Idealzustand in irgendeiner Weise mit dem Betrieb für den man in Lohn und Brot steht.


In jedem Fall sollte man Aus- und Weiterbildung immer als Chance und nicht als notwendiges Übel betrachten, ich möchte sicherlich nicht besserwisserisch verstanden werden, aber ich bin der Meinung, mehr zu wissen ist immer besser und vorteilhafter als weniger.


In diesem Sinne darf ich unseren Data Science Chef Coach Florian zitieren: „Stay hungry, stay foolish“.

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: stefan.kogler@grawe.at