Mit der Blockchain Fondskosten senken

22. Jun 2018 | Blog

VON Johannes Moosbrugger

Anstatt die aktuellsten Kursschwankungen von Bitcoin & Co. zu interpretieren oder darüber zu philosophieren, ob Kryptowährungen wirklich das Potential haben, unser Geldsystem zu revolutionieren, wollen wir uns hier auf das wirklich Wesentliche konzentrieren: Die zugrundeliegende Technologie und wie sie genutzt werden kann, um (Fonds-)Kosten zu sparen.


Damit dieser Beitrag nicht zu trocken wird, veranschaulichen wir die Vorgehensweise anhand eines Beispiels. Angenommen wir wollen einen Fonds für ein Sammlergut wie seltene Whiskies aufsetzen, um es einer breiten Masse an Kleinanlegern zu ermöglichen, an den Wertveränderungen am Sammlermarkt zu partizipieren. Dabei haben wir natürlich großes Interesse daran, die Verwaltungskosten und damit die Einstiegshürde möglichst klein zu halten.


Die Idee ist nun eine neue digitale Währung zu erschaffen, deren Marktkapitalisierung durch den Wert unseres Whiskyportfolios gestützt wird. In anderen Worten wollen wir den Wert aller im Umlauf befindlichen Geldeinheiten („Tokens“) nach unten hin durch den Wert der Whiskysammlung deckeln. Fällt die Marktkapitalisierung unserer Währung unter den Wert der Sammlung, so verkaufen wir einzelne Whiskyflaschen und kaufen mit den dadurch freigewordenen Barmitteln Tokens am Markt. Dies machen wir solange, bis der Wert der Tokens wieder über dem Wert der Whiskysammlung liegt.


Was haben wir nun durch diesen Mechanismus erreicht? Der Wert der einzelnen Tokens entwickelt sich zumindest immer so wie der Wert unserer Whiskysammlung. Nach oben hin gibt es zudem keine Grenzen. Somit partizipieren wir durch den Erwerb der Tokens direkt am Wertzuwachs oder –verfall der Sammlung mit. Wir haben unser Geld also im Whiskyfonds veranlagt, dessen Verwaltungskosten durch den Einsatz der virtuellen Währung stark verringert wurden.


Dass diese Idee nicht nur theoretischer Natur ist, beweist das deutsche Projekt Whisky Token. Whisky Token setzt die oben beschriebene Idee in die Praxis um. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass ich teil des Beraterstabs von Whisky Token bin. Die von mir betriebene Plattform Whiskystats.net liefert Marktdaten die u.a. dafür verwendet werden, das Whiskyportfolio zu verwalten und den Whiskymarkt zu analysieren.

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: johannes.moosbrugger@grawe.at