Belt and Road – die „neue Seidenstraße“

24. Aug 2018 | Blog

VON Stefan Winkler

Beachtet man die Größenordnung - die kolportierten Investitionskosten belaufen sich immerhin auf Größenordnungen von einer Billion Euro - wird hierzulande dem geschichtsträchtigen Infrastrukturprojekt erstaunlich wenig Beachtung geschenkt. Und das, obwohl das seit dem „Marshallplan“ das wohl größte seiner Art ist (sinngemäß aus „Spiegel“). Auch die Motive dürften näher beim „Marshallplan“ liegen, als man gemeinhin annimmt: Die Reaktion auf eigene Überkapazitäten, unter denen große chinesische Firmen leiden.

 

Abbildung: Landkorridore (schwarze Linie) und die "maritime silk road" (blaue Linie)

Quelle: Wikipedia

 

Konkret geht es also um eine Reihe von „kleineren“ Projekten, die China zur besseren Erschließung der Handelsmöglichkeiten im eurasischen Kontinent unter Einbindung von Teilen Afrikas anstrebt. Und auch wenn vordergründig die politische Komponente im Hintergrund steht (es sind schließlich Infrastrukturprojekte), wird vor allem dieser große Beachtung geschenkt. Denn China möchte, dass eigene Firmen zum Zuge kommen und kann natürlich in den beteiligten Ländern bedeutend an Einfluss gewinnen. Das sind insbesondere Länder in Zentralasien und Länder der ehemaligen UDSSR (was Russland auf den Plan ruft), aber auch osteuropäische Staaten. Angelehnt an die Historie (damals ausgetragen zwischen England, Russland und China) spricht man auch heute wieder vom großen Spiel, das auf dem Weltenschach gespielt wird.

 

So will man sich auch in Europa keine Blöße geben. Mit dem TRACECA-Projekt sind ähnliche Ziele verbunden. Dass auch hierfür gerne der Begriff „Neue Seidenstraße“ verwendet wird, ist wohl der Mystik dieses Ausdrucks zu verdanken. Und natürlich mischen auch die USA mit, wobei Donald Trump, wie üblich, seine eigenen Wege geht. Sollten Sie sich in das Thema weiter einlesen wollen – kürzere, gelungene und gebührende Zusammenfassungen zum Thema finden Sie zum Beispiel beim „Spiegel“ oder bei der „NZZ“. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Schmökern!

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: stefan.winkler@securitykag.at