So ein Millionär hat es schwer!

17. Sep 2018 | Blog

VON Josef Obergantschnig

In meinem letzten Blogbeitrag bin ich auf die Millionärsstruktur eingegangen. Das ist ein sehr erlesener Rahmen, dem lediglich 0,2% der Menschen zuzuordnen ist. Allerdings führt man selbst als Millionär kein sorgenfreies Leben. Im Rahmen der Studie wurden auch „Wealth Adviser“ (Vermögensberater) nach den Ängsten und Sorgen der Millionäre befragt.

 

Abbildung: Sorgen der Millionäre

Quelle: Wealth Report 2018 (Knight Frank)

 

Die größten Sorgen bereitet den Millionären die Themenfelder Terrorismus, Populismus und Cyber-Kriminalität. Im nächsten Schritt wurden die „Wealth-Adviser“ auch hinsichtlich der Asset-Allocation ihrer Kunden befragt bzw. in welchen Segmenten im Jahr 2017 Akzente gesetzt wurden.

 

Abbildung: Veränderung in der Asset-Allocation der Reichen

Quelle: Wealth Report 2018 (Knight Frank)

 

In der Grafik sind unterschiedliche Assetklassen ersichtlich. Die Umfrage stützt sich auf Angaben der Berater, die Auskünfte über die Quotenveränderung im Referenzjahr gegeben haben. 62% der Befragten gaben an, dass die Aktienquote im Berichtsjahr erhöht wurde. Den Bereichen Immobilien (56%) und Cash (46%) kommt ebenso eine größere Bedeutung zu. Dies ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Niedrigzinsphase bzw. der potenziellen Gefahr eines Zinsanstieges zurückzuführen. Interessant ist auch, dass der Bereich der Kryptowährungen, dem trotz der beeindruckenden Performance im Jahr 2017 eine eher „untergeordnete“ Rolle zukommt.

 

Im Zuge der Asset-Allocation ist auch noch die Vermögensverteilung von Relevanz. Das Beispiel der USA zeigt, dass mit zunehmendem Reichtum auch die Asset-Allocation etwas breiter ausfällt und tendenziell auch mehr in Aktien oder riskantere Assetklassen investiert wird. Laut einer Analyse der Federal Reserve Bank hat sich die Vermögensverteilung seit 2007 deutlich verschoben.

 

Abbildung: Vermögensverteilung – USA

Quelle: Federal Reserve

 

Die Notenbank hat durch Quantitative-Easing (QE) die Märkte mit Geld überflutet und ihre Bilanzsumme im Anschluss an die Finanzkrise signifikant ausgeweitet. Diese Maßnahmen führten in Kombination mit den niedrigen Zinsen regelrecht zu einer „Asset-Price-Bubble“. Durch die Asset-Allocation hat daran vor allem der Bereich der Reichen (Top 10%) überproportional stark profitiert. Während die obersten 10% im Jahr 2007 noch 71,4% besaßen, ist der Anteil auf 77,2% gestiegen. Größter Profiteur waren die Top 1%, also die Superreichen.

 

Abschließend möchte ich Ihnen natürlich auch die Daten für Österreich nicht vorenthalten. In der Alpenrepublik ist der Anteil jener Personen, die über ein Vermögen von mehr als 5 Mio. US-Dollar verfügen, entgegen dem internationalen Trend in den vergangenen 5 Jahren leicht zurückgegangen. Aktuell können sich 7.990 Personen oder ca. 0,9% der Bevölkerung diesem Segment zuordnen. Auch im Bereich der Superreichen – also dem Segment mit einem Vermögen von mehr als 50 Mio. US-Dollar, weist Österreich in den vergangenen 5 Jahren kein Wachstum auf. Gegenwärtig fallen 300 Personen oder 0,003% der Österreicher in dieses Segment!

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at