5 (Sekunden) vor 12

08. Nov 2019 | Blog

VON Philipp Ebner

Dem einen oder anderen dürfte folgende Schlagzeile auch ins Auge gesprungen sein – „Wissenschaftler rufen Klimanotfall aus!“. Grundsätzlich nichts Neues in der heutigen Zeit. Jedoch irgendetwas ließ mich dann doch einen weiteren Klick wagen und plötzlich war es da. Das Gefühl, das mich innerhalb der ersten gelesenen Zeilen erhaschte und welches mir durch die dargestellten Grafiken definitiv nicht genommen wurde.

 

Weltweit bekennen sich 11.000 Wissenschaftler aus 153 Ländern in einer gemeinsamen Erklärung zur Lage der Menschheit und deren Umgang mit der Natur. Das 5-seitige Skript ist geschmückt mit aussagekräftigen Darstellungen über globale Entwicklungen der letzten 40 Jahre und bei der genaueren Betrachtung dieser, müsste jedem Klimakritiker die Argumentationsgrundlage unter den Füßen wegbrechen. Das Thema Klimawandel ist nicht neu, denn schon im Jahre 1979 hat es in Genf die erste Klimakonferenz gegeben, bei der Wissenschaftler aus 50 Nationen auf die alarmierende Entwicklung hingewiesen haben. Mit der im Jahr 1992 beschlossenen „Agenda 21“ in Rio de Janeiro, der Unterzeichnung des „Kyoto Protokolls“ im Jahre 1997 und des gerade von seitens der USA gekündigten Pariser Klimaabkommens aus dem Jahre 2015 gab es 3 weitere einschneidende Klimagipfel, bei denen jeweils auf die dramatische Verschlechterung und den unzureichenden Maßnahmen hingewiesen wurde. Öffentliche Diskussionen werden hauptsächlich über das 2-Grad Ziel geführt, jedoch ist diese Sichtweise zu kurz gegriffen, um die Komplexität der heutigen Gesellschaft und ihre Gefahren für den Planeten zu messen.

 

Die veröffentlichen Daten sollen der Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft einen Einblick auf das gesellschaftliche Verhalten der letzten 40 Jahre bieten und zeigen, welchen Einfluss unser Tun auf die Treibhausgasemission und den Klimawandel hat. Sie sollen der Menschheit als wichtiges Instrumentarium für zukünftige Entscheidungen dienen und können für die Umsetzung der im Jahre 2015 in Paris beschlossenen 17 Klimaziele (SDG´s = Sustainable Development Goals) herangezogen werden. Die Ergebnisse lassen erkennen, dass die Klimakrise hauptsächlich auf dem Erfolg und exzessiven Konsum unserer Wohlstandsgesellschaft zurückzuführen ist und dass die wohlhabenden Staaten den größten Teil der Treibhausgasemissionen verursachen.

 

Anhand der veröffentlichen Grafiken kann sich jeder sein eigenes Bild über die dramatische Lage machen. Der Verlust der globalen Waldflächen und Gletscher, die Abholzung des Amazonas, der massive Anstieg der Bevölkerung und des daraus resultierenden Fleischkonsums, der Anstieg des Meeresspiegels und der Oberflächentemperatur sowie das Schwinden des Grönland und antarktischen Eisschildes oder auch der Anstieg des Säuregehalts unserer Meere können gemessen und in harten Fakten grafisch präsentiert werden. Die dargestellten Ergebnisse schmälern mein eingangs beschriebenes Gefühl in keinster Weise. Die Wissenschaft will mit den Ergebnissen wieder einmal die Gesellschaft wachrütteln und vor potentiellen Schlüsselereignissen warnen. Noch nie waren wir so nahe an dem „point of no return“. Um die Gefahren zukünftig händeln zu können, bedarf es eines klugen Managements betreffend des Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums, denn daraus ergeben sich die Haupttreiber des CO2-Anstiegs der letzten 4 Dekaden.

 

Die Autoren haben uns sechs kritische miteinander verbundene Themen im Bereich der Energie, Schadstoffe, Natur, Ernährung, Wirtschaft und Bevölkerung mit auf den Weg gegeben, bei denen wir mit der sofortigen Verbesserung beginnen müssen. Das Ziel unseres zukünftigen Handelns muss es sein, dass wir auch den nächsten Generationen ein Leben auf diesem Planeten ermöglichen können. Als Familienvater überkommt mich ein Gefühl des Unbehagens, wenn ich mir die Zukunft meiner Kinder und den bevorstehenden Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert werden, ausmale, wenn wir nicht sofort beginnen das Ruder in die richtige Richtung zu drehen! Welche Gefühle überkommen Sie, bei der Betrachtung der folgenden Charts?

Quelle: academic.oup.com

 

Quelle: academic.oup.com

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: philipp.ebner@securitykag.at