Voting-Power der ETF-Anbieter!

17. Jan 2020 | Blog

VON Josef Obergantschnig

Index-Funds sind im Vormarsch! Der größte Anbieter BlackRock Inc. (iShares) verwaltet mittlerweile 7 Billionen USD! Die Nummer zwei, der passive Indexpionier Vanguard, verwaltet 5,6 Billionen USD und die Nummer drei State Street 2,9 Billionen USD. Diese drei Investmenthäuser verwalten damit 15,5 Billion USD und repräsentieren rund 80% der passiven Indexfonds. Der MSCI World hat gegenwärtig eine Marktkapitalisierung von rund 51 Billionen USD - damit wird rund 30% der Aktienvolumina passiv veranlagt. Der Trend der letzten Jahre ging klar in die Richtung passiver Investmentstile und führte zu großen Zuflüssen. Mit steigenden Volumina stieg auch der Einfluss der Produktanbieter.

 

BlackRock Inc., Vanguard und State Street halten mittlerweile 22% der S&P 500 Unternehmen. Im Vergleich dazu betrug der Anteil im Jahr 2008 nur 13,5%. Anbei noch ein paar weitere Beispiele (Beteiligungen BlackRock, Vanguard, State Street):

  • 18% von Apple (7% waren es 2009)
  • 28% von Cabot Microelectronics
  • 4 größten US Banken (20% Citigroup, 18% Bank of America, 19% JPMorgan Chase, 19% Wells Fargo)

 

Abbildung: Anteil der Big Three an US Unternehmen

Quelle: Bloomberg

 

Damit sind die Big-Three in der Lage, massiven Einfluss auf die Unternehmensstrategie und das Management auszuüben. Das kann beispielsweise durch die Ausübung von Stimmrechten auf Hauptversammlungen erfolgen. Durch die hohe Beteiligung ist man in der Lage, eigene Vertreter in den Aufsichtsrat zu bestellen oder Vertrauenspersonen in das Management zu entsenden. Durch die Vernetzung unterschiedlicher Branchen und Unternehmen haben sie damit ein flächendeckendes, global wirkendes Steuerungsinstrumentarium. Einige Wissenschaftler führen bereits aus, dass es dadurch zu einem abnehmenden Konkurrenzkampf kommen kann, wenn der Anbieter große Anteile an Coca Cola und Pepsi Cola hält. Oder wie schaut es bei Übernahmen aus, wenn der Anbieter sowohl beim angebotslegenden Unternehmen als auch beim Übernahmeziel große Anteile hält?

 

Das ist sozusagen der „Nebeneffekt“ der Index-Fonds, die sich durch sehr niedrige Gebühren und eine Abdeckung des Gesamtmarktes auszeichnen. Es liegt der Schluss nahe, dass das große Business wahrscheinlich nicht in der Verwaltung der Fonds liegt!

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at