Wie wäre es mit einer bescheidenen Introspektion?

03. Jul 2020 | Blog

VON Sandrine Ngo Ngan

Der Blog meines Kollegen Stefan Winkler „Der Zeitsprung – wie ist es Ihnen dabei ergangen?“ vom 05.06.2020 gab mir einen Gedankenanstoß. Er wollte wissen, wie das Coronavirus unser Leben verändert hat und welche Lehren wir aus dieser Pandemie ziehen. Ich würde die Frage gerne im Rahmen dieses Blogs beantworten.


Seit dem Ausbruch der Pandemie ist mir aufgefallen, dass Menschen auf einmal, selbst wenn es nur vorübergehend sein sollte, die gleiche Sprache sprechen. Die Wichtigkeit des Schutzes des Lebens (vor allem des „menschlichen Lebens“) und die Solidarität finden einen übergreifenden breiten Konsens. Das Coronavirus hat daran erinnert, dass die Geißel eines Menschen jedermanns Geißel sein kann. Am Anfang wehte der Corona-Wind in Asien, dann langsam über Europa, Amerika und Afrika; somit hauchte er auf die ganze Welt. Der belgische Schriftsteller Thomas Gunzig merkte in einem Schmähgedicht im Rahmen der TV-Rubrik „La Plume de Thomas Gunzig - Le Covid-19“ vom 05.03.2020 auf dem belgischen Sender RTBF an, dass das Coronavirus weder Ländergrenzen, Gesellschaftsschichten, Rassen, politische Parteien, Aufenthaltserlaubnis, Migrantenstatus, noch Wirtschaftssysteme kennt. Diese Meinung, die sich längst als wahr erwiesen hat, soll uns zum Nachdenken anregen.


Das Coronavirus hat uns daran erinnert, dass wir eine Gemeinsamkeit haben: Wir sind alle gleich. Dieser Gemeinsamkeit sollten wir uns besinnen, nicht nur bei einer Pandemie, sondern auch bei Unmenschlichkeit oder Diskriminierung jeglicher Art, wie z.B. im Fall von George Flyod in den USA. Bedauerlicherweise werden Ereignisse, wie die aktuelle Pandemie, keinen Anstoß zur abrupten und langfristigen Lebensveränderung für alle liefern. Es gibt immer eine Ausnahme, die zur „Normalität“ zurückkehrt und nichts aus der Vergangenheit lernt.


Für mich ist die Corona-Pandemie zwar eine große Bürde, aber eine Bürde, die wir wohl zeitnah mit dem Einsatz eines geeigneten Präventions- oder Heilmittels gut bewältigen können. Als Herausforderungen werden Gleichgültigkeit, Leichtsinn und Fahrlässigkeit bleiben, die in der Welt herrschen. Diese führen oft zu tragischen Ereignissen (bewusste Krankheitsansteckung und Tötungsdelikte durch Alkohol am Steuer sowie durch Menschenabneigung). Mit solchen Realitäten müssen wir uns auch befassen, jedoch dürfen wir dabei unseren Kampfgeist nicht verlieren.


Wie auch immer Ihre Einstellung zu der Corona-Krise und den letzten Ereignissen der Welt sein mag, bitte ich Sie, sich immer daran zu erinnern, dass wir alle gleich sind. Dies soll in jeder Hinsicht unabhängig der Zugehörigkeit bewahrt und gefördert werden.

 

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: sandrine.ngan@securitykag.at