Die neue europaweite private Pensionsvorsorge: Geniale Idee oder Ladenhüter?

05. Mär 2021 | Blog

VON Peter Ladreiter

Die neue Europarente (Pan-European Personal Pension Product, kurz PEPP) ist als Ergänzung zu den bestehenden staatlichen, betrieblichen und privaten Rentensystemen gedacht. Die entsprechende EU-Verordnung wurde im Jahr 2019 veröffentlicht. Nach weiteren Konsultationen und Detailabstimmungen werden die ersten Produkte voraussichtlich im Frühjahr 2022 auf den Markt kommen. 

 

Die europäische Union hat damit das schwelende Problem der Altersarmut in Europa endlich auf ihrer Agenda. Die private Altersvorsorge ist eine wesentliche Grundlage für die Pensionssicherung der Zukunft. Wirtschaftliche Ungewissheit in vielen Mitgliedstaaten zwingt die Union, die künftigen Generationen früh für private Vorsorge zu begeistern. Man will dabei vor allem die Generation der unter 30-Jährigen erreichen. Die Jugend soll mit ihren gewohnten elektronischen Werkzeugen an der  individuellen Gestaltung und der eigenen Vorsorgelösung aktiv teilnehmen. Die neuen Vorsorgeprodukte müssen daher so kosteneffizient und transparent gestaltet werden, dass keinerlei Spielraum für Amateure oder unseriöse Anbieter entstehen kann. Ziel ist ein europäischer Wettbewerb der besten Anbieter mit voller Transparenz. Erstmals können Bürger durch Vergleich auf einen Blick erkennen, welche Altersvorsorgelösungen europaweit die Anforderungen am besten erfüllen.

 

Die EU hat ihre Aufgaben für die Umsetzung erledigt, nun liegt es an den nationalen Entscheidungsträgern in der Politik, wirksame Anreizsysteme zur Europarente zu erarbeiten. Dabei geht es nicht nur um monetäre Anreize, wie Steuererleichterungen oder sogar Förderungen, sondern vielmehr um den Stellenwert, welche die Politik einem solchen Produkt beimisst. Nur bei positivem Echo wird die Akzeptanz in der Bevölkerung hoch genug sein, um die Europarente zu einem Erfolg zu machen.

 

Erinnern wir uns 18 Jahre zurück. Damals hat die Regierung ein nationales Rentenprodukt, die Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge ins Leben gerufen. Der Absatzerfolg war zunächst überwältigend, bevor zur Finanzkrise 2008/2009 dem Produkt schonungslos seine Konstruktionsschwächen aufzeigte und damit weitgehend aus dem Markt beförderte. Die Abstimmung der Europarente ist da deutlich besser gelungen, der Markt bekommt ein transparentes, kostengünstiges und über weite Strecken geeignetes Produkt dazu, welches das enorme Defizit in der Altersvorsorge in weiten Teilen Europas nach und nach mildern kann. Wir werden als Gruppe unseren Produktbeitrag leisten, zumal in Zeiten niedrigster Zinsen ein Vorsorgeprodukt dieser Art eine volkswirtschaftliche Notwendigkeit ist und darüber hinaus die von den Nullzinsen gebeutelte Lebensversicherungsbranche wieder belebt.

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