The Green Premium

27. Aug 2021 | News

VON Stefan Donnerer

Kaum ein Trend beschäftigt derzeit die Finanzindustrie so sehr wie das Thema ESG. Sowohl die Nachfrage an nachhaltigen Finanzinstrumenten seitens der Investoren als auch das Angebot am Kapitalmarkt hat in den letzten Monaten und Jahren stark an Präsenz und Bedeutung gewonnen.

 

 

Das Anleihenfondsmanagement der Security KAG hat sich intensiv mit dem Thema Green-Bonds beschäftigt und versucht nachzuweisen, ob Anleihen, welche einen dezidierten grünen Verwendungszweck aufweisen, anders vom Kapitalmarkt bepreist werden, als ihre konventionellen Pendants. Es gilt die Hypothese zu prüfen, ob eine sogenannte „Greenium“ (Green Premium) am Kapitalmarkt für Green-Bonds existiert. Die Existenz einer solchen Prämie würde es Emittenten ermöglichen, sich günstiger am Kapitalmarkt zu refinanzieren. Im Umkehrschluss würde dies bedeuten, dass Green-Bonds eine geringere Ertragserwartung aufweisen als vergleichbare herkömmliche Anleihen.

 

 

Unter Verwendung des Datawarehouse der Security KAG, welche mehr als 19.000 Anleihen mit über 1,6 Millionen Datenpunkten abdeckt, wird das komplette Anleihen-Universum systematisch auf die Existenz einer Greenium untersucht. Hierfür werden einerseits sogenannte Green-Twin-Emissionen (grüne Zwillingsemissionen) untersucht und andererseits die Spread-Kurven von Green-Bonds jenen von herkömmlichen Bonds gegenübergestellt.

 


Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass systematisch keine Greenium auf Basis der aktuellen Daten ermittelt werden kann. Demnach bepreist der Markt im Wesentlichen Green-Bonds ident zu Anleihen ohne dezidierten nachhaltigen Verwendungszweck. Somit besteht für Emittenten keine nachweisbare Möglichkeit, die Refinanzierungskosten zu senken indem ein Green-Bond am Anleihenmarkt platziert wird. In weiterer Folge werden Investoren, hinsichtlich der Ertragserwartung weder signifikant schlechter- oder bessergestellt, als dies bei konventionellen Anleihen der Fall ist.

 

 

Bei Interesse können Sie hier die gesamte Studie nachlesen:

 

The Green Premium (Greenium)