Neue Studie: Bei welchen Asset-Klassen offenes Währungsexposure Sinn macht

10. Jun 2022 | Blog

VON Günther Moosbauer

Ist die Absicherung des Währungsrisikos empfehlenswert, eine Teilabsicherung optimal oder sollte ein Portfolio dem Risiko gegenüber völlig offen sein? Dieser Frage geht unsere neue Studie „Währungs(teil)absicherung“ nach.

 

Die Anreicherung eines Portfolios mit einem währungs-ungesicherten Anteil lässt sich als Ergänzung des Portfolios mit einer zusätzlichen Veranlagungsklasse verstehen. Dadurch erfolgt eine Diversifikation der Gesamtveranlagung des Portfolios. Der mögliche Benefit, den diese Diversifikation mit sich bringt, wird hier beleuchtet: Wann kann ein solcher erzielt werden und wie nutzt man ihn optimal aus?

Der Diversifikationserfolg, den ein offenes Währungsrisiko im Portfolio erbringen kann, wird von vier Faktoren bestimmt: 

 

der Korrelation zwischen Asset und Fremdwährung(en), 

der Differenz, in welchem Ausmaß sich die beiden Volatilitäten unterscheiden,

dem Fremdwährungsanteil im Portfolio und

der Zielwährung der Investoren, in unserem Fall Euro-Investoren

 

Die maßgebliche Voraussetzung für einen Diversifikationserfolg ist eine möglichst niedrige Korrelation zwischen den zugrundeliegenden Wertpapieren und den Währungen der Assets. Ist diese Korrelation ausreichend niedrig, dann entscheidet zudem die Volatilitätsdifferenz beider Assets, ob ein offener Währungsanteil der Gesamtvolatilität zum Vorteil gereicht.

 

Übersteigt im günstigsten Fall die Volatilität der Wertpapiere jene der Währungen, dann kann ein völlig ungesichertes oder zumindest ein teilgesichertes Währungsrisiko einen namhaften Diversifikationserfolg zeitigen. Ist die Volatilitätsdifferenz im ungünstigsten Fall negativ, also die Volatilität der Wertpapiere niedriger als jene der Währungen, dann wird je nach Ausprägung der Korrelation ein voll gesichertes Währungsrisiko oder eine Teilabsicherung optimal sein. 

 

Umgekehrt betrachtet – je geringer die Volatilitätsdifferenz, desto stärker hängt es vom Korrelationswert ab, ob eine Absicherung lohnend ist. Im Falle einer Teilabsicherungslösung nimmt die Höhe des Fremdwährungsanteils zuletzt noch Einfluss, mit welcher Anteilsgröße sich die Teilabsicherung am zweckmäßigsten erweist. 

 

Als Ergebnis der Studie zeigt sich:

 

für schwach risikobehaftete Anlageklassen wie Anleihen mit durchschnittlich guter Bonität ist eine              volle Währungsrisikoabsicherung am sinnvollsten, da ansonsten das Risikoprofil vom                                  Währungsänderungrisiko dominiert wird

für ausgeprägt risikobehaftete Anlageklassen wie Aktien ist eine Währungsrisikoabsicherung nicht              zweckmäßig, da das Kursänderungsrisiko von Aktien das dominierende Risiko ist

für Anlageklassen mit mittlerem Risiko kann eine Teilabsicherung des Währungsrisikos einen                      Mehrwert erbringen, der jeweils zu prüfen ist. Insbesondere kann dabei die Teilabsicherungsstrategie          in Emerging Markets Fonds erwähnt werden, welche in der Security KAG seit vielen Jahren zum                  Einsatz kommt. Es zeigte sich hierbei eine Verbesserung des Risiko-/Ertragsverhältnis aufgrund der            Diversivikationseffekte und der vorteilhaften Währungssicherungskosten.

 

Für nähere Informationen lohnt sich ein Blick in die aktualisierte Studie „Währungs(teil)absicherung“.

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: günther.moosbauer@securitykag.at