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05. Mai 2026
Wir Österreicher sparen uns arm…
Die interessanten jährlichen Statistiken der Nationalbank über die Entwicklung der Geldvermögen heimischer Haushalte für das Jahr 2024 (www.oenb.at) ergibt folgendes Bild:
- Die Geldvermögensbildung der Bevölkerung hat 2024 mit knapp EUR 30 Milliarden einen neuen Höchststand erreicht
- Rund 67%, also zwei Drittel (!) dieser Ersparnisse fließen in täglich fällige und gebundene Einlagen
- Etwa 20% fließen in festverzinsliche Wertpapiere (z.B. Anleihen)
- Circa 13% schließlich werden in Investmentfondsanteile investiert
Diese Allokation ist insofern interessant, da die Inflation im Jahr 2024 mit 2,9% deutlich höher war als die Verzinsung der Einlagen, wohin knapp EUR 20 Milliarden hin flossen.
Das bedeutet umgekehrt, dass zwar zu den schon davor bestehenden rund EUR 310 Milliarden weitere 20 Milliarden dazukamen, jedoch durch die Verringerung der Kaufkraft infolge der Inflation der reale Wert dieses Vermögens je nach Verzinsung nur um rund EUR 11-15 Milliarden gestiegen ist, also deutlich weniger stark als die Zuflüsse! Mit anderen Worten – Österreich spart sich arm!
Warum ist das so? Immer noch gibt es in Österreich keine wirtschaftsfreundliche Kapitalmarktkultur. Zudem ist die Bevölkerung im Mittel extrem risikoavers, wenn es um die Vermögensbildung an den Finanzmärkten geht. Indem Gelder, welche jahrelang zur Anlage verfügbar wären, nur zu denkbar schlechten Konditionen verbreitet auf täglich fälligen Konten und Sparbüchern liegen, gehen der Bevölkerung gegenüber einer fristenkongruenten und strategisch risikoadäquaten Kapitalanlage jährlich mehr als EUR 10 Milliarden (oder mehr als 1.000 Euro pro Kopf) verloren, was zumindest 2% der Wirtschaftsleistung entspricht. Damit könnte nicht nur der nationale Wohlstand mit der Zeit deutlich erhöht werden, sondern auch der Kapitalmarkt und damit auch die Wirtschaft gestärkt werden. Genau das passiert schon in vielen nordeuropäischen Staaten und den USA, mit für diese Länder erfreulichen Folgen.
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