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23. Februar 2026
Liquidität in Investmentfonds
In einen Fonds zu investieren, heißt für die Zukunft vorbauen. Unangenehm, wenn Sie in dieser ihr Geld nicht zurückbekommen. Damit es nicht dazu kommt, krempeln wir die Ärmel hoch. Und die Reise geht weiter – in rund zwei Monaten werden neue gesetzliche Vorgaben (AIFMD II) mit den LMTs (Liquiditätsmanagement-Tools) weitere Werkzeuge bringen, die uns helfen Liquidität optimal zu planen und zu managen.
Bereits jetzt steckt viel Hirnschmalz und Rechenleistung in der Prüfung, ob unsere Fonds ausreichend gerüstet sind, um Ihren Liquiditätswünsche nachzukommen. Um ein objektives Bild über die Liquiditätssituation zu bekommen, braucht es einen disziplinierten und strukturierten Ansatz, der hilft erwartbaren Liquiditätsbedarf mit der vorhandenen Liquidität abzugleichen. Wie wirken sich Transaktionen auf die Liquidität aus? Was ist, wenn sich die Märkte verändern? Und wie sieht es mit zusätzlichen Puffern aus, wenn Unerwartetes eintritt?
Unser Ziel ist, dass – egal was passiert – wir Ihnen immer die Liquidität zur Verfügung stellen können, die Sie brauchen. Deshalb betrachten wir laufend die Liquiditätssituation unserer Fonds – in normalen Marktumständen, aber auch in verschiedenen Stressszenarien. Fondsübergreifend sind über 1.600 Businessrules im Einsatz, die unsere Fonds überwachen: Mehrmals täglich und vor jeder neuen Transaktion, bei der wir bereits vor Abschluss die zu erwartenden Auswirkungen mit einberechnen (natürlich auch im Falle von Stresssituationen). Das führt dazu, dass wir täglich rund 5.000 mal den Rechner anwerfen, um auf Basis eines jeden Wertpapiers und Vermögenswertes unserer Fonds individuell die Gesamtliquiditätssituation des jeweiligen Fonds hochrechnen.
Individuell bedeutet, dass jeder Vermögensbaustein bezüglich Liquidität seine Eigenheiten hat. Cash im Fonds und in Fondswährung? Das ist einfach, den können wir Ihnen einfach ausbezahlen. Aktien? – Die wollen verkauft werden, um Liquidität zu generieren. Auch wenn sie Dividenden abwerfen, ist die Veräußerbarkeit das wichtigste Kriterium. Anleihen haben einen hybriden Charakter. Man kann sie verkaufen, nach gewisser Zeit (Kuponzahlungen und Tilgung) werden sie aber automatisch „Liquidität“. Ähnlich sieht es mit Derivaten aus. Individuell bedeutet aber auch, dass Aktie nicht gleich Aktie ist. Es macht einen Unterschied, ob Sie einen Tech-Giganten in den USA oder einen Titel im Balkan oder Indien verkaufen wollen. Und individuell bedeutet auch, dass Liquidität keine Konstante ist. Das ist auch der Grund, warum wir Marktindikatoren automatisiert in unser Liquiditätsbemessungsberechnung eingebaut haben. Natürlich können auch Sondersituationen, wie Übernahmen, Handelsaussetzungen oder Rückkäufe temporäre Liquiditätsauswirkungen haben.
Was sollen nun die neuen Liquiditäts-Tools bringen? Vereinfacht gesagt helfen sie uns als Verwalter Ihrer Fonds, auf Sondersituationen zu reagieren. Bereits jetzt ist es möglich, Preisberechnungen oder Rücknahmen hauszusetzen. Besonders elegant ist das aber nicht. Mit den neuen Tools können wir viel besser auf Sondersituationen eingehen. Wenn doch mal ein Liquiditätsproblem vorliegen sollte, können wir entscheiden, wie wir das im besten Interesse unserer Fondsanteilinhaber auflösen werden. Ist vielleicht davon auszugehen, dass wir es nur mit einem kurzzeitigen Problem zu tun haben? Oder macht es vielleicht Sinn, die Kosten für die Liquidierung fairer aufzuteilen? Das sind nur einige Möglichkeiten, die uns ab Mitte April der Gesetzgeber in die Hand geben wird. Mit den neuen gesetzlichen Rahmen kommt auch Klarheit, was genau die verschiedenen LMTs bewirken und was Sie als Anteilinhaber im Falle des Falles erwarten können.
Wir werden genau darauf achten, ob Handlungsbedarf besteht. Der Rechner wird ausgebaut, und wird uns unterstützen, Indizien hierfür zu finden. Entscheiden wird die Maschine aber nicht. Dieses Privileg bleibt uns Menschen vorbehalten.
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